Brücke, Baude und Blaues Wasser
Alle Plätze waren besetzt, als sich der Becker-Bus bei leichtem Regen am 5. Mai in Richtung Vogtland in Bewegung setzte. Laut Wetterbericht sollte es aufklaren und so kam es dann auch. Als die erwartungsvolle Reisegesellschaft am Parkplatz der Göltzschtalbrücke den Bus verließ, war es trocken und die Sonne blinzelte schon durch die Wolken. Kein Weltkulturerbe, aber in monumentaler Größe präsentierte sich das Bauwerk in 300 m Entfernung. Im krassen Gegensatz dazu die Dixi-Toiletten, die verhindern sollten, dass vor oder nach der Besichtigung des historischen Bauwerks Besucherströme wegen der Erledigung dringender Bedürfnisse im Gebüsch verschwinden. Frau Trommer, unsere engagierte Gästeführerin, war es peinlich, diese einzigartige Alternative ins Gespräch bringen zu müssen. Ihre Erläuterungen zum Bau der weltgrößten Ziegelbrücke faszinierten die Reisegruppe und mit jedem Satz wuchs der Respekt vor der Leistung der Konstrukteure und Bauarbeiter. Dann, in unmittelbarer Nähe und unter der Brücke, wurde deren Dimension erst richtig erfasst und bestaunt.
Nur wenige Kilometer von der Göltzschtalbrücke entfernt liegt auf einem Berg die Kuhbergbaude. Ein Ausflugslokal mit mehr als 100-jähriger Tradition. Die Idee, hier zu Mittag zu essen, wurde allgemein begrüßt, denn die Portionen waren üppig, schmackhaft und das Drumherum besuchenswert.
Letzter Höhepunkt des Tages war eine Schifffahrt auf der Talsperre Pöhl. Dort herrschte schon etwas Aufregung, weil der Bus kurz vor dem Ablegen noch nicht in Sicht war. Pünktlicher als die Eisenbahn scheint der Slogan der Schiffsführer zu sein, und so waren 2 Minuten Verspätung schon fast dramatisch. Der Passagierraum war bereits für die Reisegesellschaft eingedeckt und mit dem Ablegen erfolgte auch schon der Ausschank des Kaffees. Weil die Sonne schien, lockte das Oberdeck und es dauerte nicht lange, bis es sich füllte, denn von hier konnte das sehenswerte Umfeld und der schöne Stausee viel besser betrachtet werden. Die Rundfahrtsstunde verging schnell, doch nach dem Anlegen blieb noch Zeit für einen Strandspaziergang, einen Eisbecher oder ein Kaltgetränk, und wer ein dringendes Bedürfnis verspürte, konnte Toiletten aufsuchen, die Benutzer nicht erschreckten.
Pünktlich um 16.00 Uhr rollte der Bus zur Heimfahrt an, und in ihm saßen 50 Reisegäste, die an diesem erlebnisreichen Tag sehr zufrieden dreinschauten.