Erzgebirgischer Weihnachtsmarkt
Alle Jahre wieder kommt nicht nur der Weihnachtsmann, sondern die alle Jahre im Dezember stattfindende Buserlebnisfahrt steht ganz im Zeichen der Einstimmung auf die Weihnachtsfeiertage. Wenn das Reiseziel im traditionsbewussten Erzgebirge liegt, dann verspricht die Fahrt, Weihnachtsfreude zu erleben, die sogar unter die Haut gehen kann.
Doch zuerst ging die Fahrt nach Zwönitz, einem erzgebirgischen Kleinstädtchen, das in Erfurt kaum bekannt ist. Hier befindet sich allerdings eine historische Papiermühle, die besichtigt werden kann und in der interessierte Besucher selbst Papier auf traditionelle Art herstellen, bzw. schöpfen können. Auch wenn es in den Räumen a…kalt war, war der Besuch an diesem historischen Ort für alle ein Erlebnis und verbunden mit einem Wissensgewinn.
Da das kleine Museum nicht auf Besucherströme eingestellt ist, wurde vorab die Reisegruppe geteilt und ein Teil konnte die für das Erzgebirge einmalige Raritätensammlung eines Zwönitzer Bürgers, der Forscher, Sammler und Chronist war, besichtigen. Dass dies keine Notlösung war, bestätigten alle Reisegäste, die von der umfangreichen Ausstellung regelrecht begeistert waren.
Zum Mittagessen fand man im Traditionsgasthaus „Zur Linde“ wieder zusammen und wer etwas durchgefroren war, begann die Mittagspause mit einem Glühwein. Der umtriebige Wirt und sein Sohn sorgten für schnellen Nachschub. Auch wenn es Gänsebraten gab, wählten doch die meisten Gäste den sächsischen Sauerbraten aus. Er war bisher auf allen unseren Erzgebirgsfahrten das kulinarische Highlight.
Die Gruppen wechselten nach dem Mittagessen die Besichtigungsziele und alle trafen sich vor der Abfahrt des Busses und auch zum Aufwärmen noch einmal in der „Linde“, was schon für gute Stimmung sorgte.
Das eigentliche Reiseziel war an diesem Tag der Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz, der im Erzgebirge einer der schönsten sein soll. Gleich neben der gewaltigen Kirche Sankt Annen war die Haltestation für Busse eingerichtet und so waren es nur wenige Meter zum kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt in der ehemaligen Bergarbeiterstadt. Links und rechts der Straße, die für Fußgänger freigehalten wurde, gab es zahlreiche Geschäfte mit erzgebirgischer Weihnachtskunst, die auch gut geheizt waren. Denn es war inzwischen nicht nur dunkel, sondern auch sehr kalt geworden. Der Weihnachtsmarkt, zum Glück an diesem Tag nicht übervoll, präsentierte Gaumenfreuden in flüssiger oder festerer Form, eine Blaskapelle auf der kleinen Bühne und zahlreiche Stände mit weihnachtlichen Erzeugnissen aus der Region. Wer kulturinteressiert war, besuchte auch die den Bergmannsdom St. Annen, um dessen Pracht auch von innen zu bewundern und um zu erfahren, dass ein historisches Gemälde auf einer Altarrückwand zum UNESCO-Weltkulturerbe gezählt wird.
Christian, unser allseits beliebter Buslenker fuhr uns auf der Heimfahrt mit sanftem Gasfuß durch die Nacht und bis zur Autobahn war weihnachtlicher Schmuck links und rechts der Straße zu bewundern. Zwischen Weimar und Erfurt gab es allerdings Totalsperrung und so ging es ab Mellingen über Weimar und ein paar Dörfer dank Christians Ortskenntnis über einen kurvenreichen, aber staufreien „Schleichweg“ nach Erfurt, wo die glückliche und auch etwas müde Reisegruppe leicht verspätet, aber sicher angekommen ist.